Sonntag, 20. Januar 2008

deutsche und spanische Vergangenheit

Wo war ich stehen geblieben? Dienstag hatte ich ja dann meine erste Prüfung in Spanisch. Wir mussten uns jeder ca. 30 Sekunden eine Geschichte aus 4-6 Reizwörtern ausdenken. Meine Wörter waren: Wolkenkratzer, Es war einmal ein kleines Mädchen, ziehen, breit, nähen, Insel. War natürlich als erster dran. An Kreativität mangelte es mir ja nie. Also erzählte ich die Geschichte von einem kleinen Mädchen, die auf der Insel bzw. Halbinsel von Manhattan wohnte und sich ihr Geld damit verdiente Sachen zu nähen.Sie verkaufte diese Sachen dann auf einem nahe glegenen Markt, auf der auch einmal ein berühmter Aktionskünstler nach einer Näherin ausschau hielt, die für ihn eine Hose nähen sollte. Seine Wahl fiel auf das Mädchen, die ihm dann eine so weite Hose nähte, dass der Künster diese dann über die Twintower, Wolkenkratzer ziehen konnte.
Der ein oder andere Mitschüler war den Tränen nahe. Die grammatikalische Ausführung war auf Grund der emotionlität meiner Ausführungen ein wenig auf der Strecke geblieben. Ich hoffe, meine Lehrerin, die uns übrigens schon von dem weißen Tunnel beim Sterben erzählt hat, weiß meine Fantasie zu schätzen.
Am Ende dieses Tages musste ich dann noch der besten Mutter auf dieser Erde meine Aufwartung machen. Meine Mutter hatte runden Geburtstag und so sangen wir vier Geschwister, ich über Skype, meiner Mutter ein Ständchen. Wieder Tränen, klar!
am Mittwoch bin ich dann endlich wieder kulturell unterwegs gewesen. Erst war ich in El Escorial einem der zahreichen Königsschlösser um Madrid herum. Mehr lässt sich über das Königshaus auch nicht bereichten. Hat mich einfach nicht überzeugt.
Danach ging es aber los. Nur ein Bus fährt pro Tag um 15 Uhr 15 ins Valle de los caidos (das Tal der Gefallenen)und einer um 17 30 zurück. Ja Basti, ich war endlich da. Man muss dazu für die anderen sagen, dass der Basti letztes Semster ein Referat über das Tal gehalten halt. Man fährt in ein stark bewaldetes Tal und plötzlich blitzt durch die Baumkronen ein Riesenkreuz auf einem Felshaufen auf. Ihr könnt unten einige meiner ersten Eindrücke von unten und dann von oben nachvollziehen. Mit einer kleinen Bahn konnte man zum Kreuz hochfahren, wo es zur Verstärkung dieser Monumentalbaute auch noch windet wie Sau. Unter dem Kreuz ist ein Riesenhalle mit Hilfe von Zwangsarbeitern in den Fels gehauen mit Kirche und indirekter Beleuchtung. In den Boden sind dann in der nähe des Kreuzes zwei Steingräber eingelassen. Da liegen sie dann die zwei Diktatoren Spaniens, Francisco Franco und Juan Antonio Primo de Riveira. Alles auch sehr unheimlich. In dieser Baute liegen auch noch weitere Opfer des spanischen Bürkerkriegs zwischen 1936 und 39 begraben. Wie gesagt, ein sehr beeindruckendes aber auch erschreckendes, Sakrileg lässt grüssen Gebäude. Unheimlich. Außer den 10 Touristen gab es dann ca. 20 Aufpasser, die sich mehr ihrem Sodoku widmeten als dem Aufpassen.
Dann ging es auch schon wieder zurück. Das Valle war wirklich ne Reise wert. Auch wenn die Öffentlichkeit in Spanien immer noch darüber streitet, was damit passieren soll. Ist halt wirklich ein sehr politsches und auch polarisierendes Bauwerk. Am Abend dann mal wieder zu meinen Padrinos zum Essen. Paella, hmmmh!
Am Donnerstag im Cine-Kurs mal wieder einen spanisches Film gesehen. "Angustia". Ich sags euch gleich bevor ihr sofort zum DVD ausleihen. Beim spanischen Film muss man auf alles vorbereitet sein. Der Spanier kann nämlich wirklich gute Filme machen. Schafft es aber fast nie nicht irgendwann komplett abzudrehen und vieles von dem gut gemachten wieder in den Schatten zu stellen.
Am Freitag dann endlich wieder Negrita und Fiesta. Mein Kommilitone Thorben, Spitzname Turbo hatte zu sich geladen und die Rum-Cola lies sich wirklich gut an. Ich war dann auch bis 5 Uhr unterwegs. Nur nachdem wir so um ca. 24 Uhr seine Wohnung verlassen hatten, verbrachten wir von den 5 ca. 4 1/2 in der Straße auf der Suche nach der richtigen Bar. Auf Grund von unterschiedlichen Vorstellungen und der minimalen Schnittmenge hatten dann dementsprechend die Chinos in der Straße einen überverhältnismässigen Umsatz bezüglich ihres Getränkesortiments.
Am Samstag dann frisch und zeitig um 13 Uhr aufgestanden und mein Rollos hochgezogen. Was war das? Strahlender Sonnenschein 18 Grad, der Sommer war zurück. Leider erst nachmittags rausgekommen und sofort an Biergarten gedacht. Meine bayrsiche Konditionierung scheint zu funktionieren.
Den Rest des Wochendendes habe ich dann mit Fußgängen durch die Stadt mit zwischenzeitlichen Kaffeestopps mit Tortilla (meine tägliche Mensa-Kombination) zugebracht.
So auch heute, Sonntag. An nichts Böses denkend betrete ich La Casa del Abuelo (Opas Haus) und bestelle meine Kombi, als plötzlich der Kellner unfreundlich (nix neues) an mir vorbeigehd "Heil Hitler" nuschelt. Der Schock saß tief. Wir haben ihn dann darauf angeprochen und ermeinte er hätte es nicht zu uns gesaht. Blabla und er würde Hitler und somit alle Deutschen halt hassen. Ich wusste garnicht was ich sagen sollte. Man denkt immer so was passiert einem vielleicht in einem Land wo die Nazis gewütet oder Leid angerichtet haben. Aber in Spanien. Die ja selbst Hitler mit der Division Azul die Deutschen im Russlandfeldzug unterstütz haben. Wie arm! Trotzdem ist es wirklich eigenartig, weil man das Gefühl überhaupt nicht nachvollziehen kann, wenn man nicht selber in dieser Sitution war.
Übrigens kam mein Mitbewohner diese Nacht nicht nach Hause. Erst heute früh um 11. War in der U-Bahn eingeschalfen. Dann haben sie im die Hosentasche aufgeschlitzt und die Brieftadche mit allem geklaut. Echt krass. Also nicht vergessen. Keine Brieftasche nach Madrid mitnehmen!!!!
Hier noch ein paar Youtubelinks für die Musikinteressierten unter euch:
http://de.youtube.com/watch?v=Bi7xa7scr9I
http://de.youtube.com/watch?v=u80ocuvZxmY
http://de.youtube.com/watch?v=8CLrjl92GLU
http://de.youtube.com/watch?v=0EnwsvSQ_SQ
http://de.youtube.com/watch?v=9x_FZ08tKBI

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

hallo nicklas.
tschüß, torben