Wo war ich stehen geblieben? Dienstag hatte ich ja dann meine erste Prüfung in Spanisch. Wir mussten uns jeder ca. 30 Sekunden eine Geschichte aus 4-6 Reizwörtern ausdenken. Meine Wörter waren: Wolkenkratzer, Es war einmal ein kleines Mädchen, ziehen, breit, nähen, Insel. War natürlich als erster dran. An Kreativität mangelte es mir ja nie. Also erzählte ich die Geschichte von einem kleinen Mädchen, die auf der Insel bzw. Halbinsel von Manhattan wohnte und sich ihr Geld damit verdiente Sachen zu nähen.Sie verkaufte diese Sachen dann auf einem nahe glegenen Markt, auf der auch einmal ein berühmter Aktionskünstler nach einer Näherin ausschau hielt, die für ihn eine Hose nähen sollte. Seine Wahl fiel auf das Mädchen, die ihm dann eine so weite Hose nähte, dass der Künster diese dann über die Twintower, Wolkenkratzer ziehen konnte.
Der ein oder andere Mitschüler war den Tränen nahe. Die grammatikalische Ausführung war auf Grund der emotionlität meiner Ausführungen ein wenig auf der Strecke geblieben. Ich hoffe, meine Lehrerin, die uns übrigens schon von dem weißen Tunnel beim Sterben erzählt hat, weiß meine Fantasie zu schätzen.
Am Ende dieses Tages musste ich dann noch der besten Mutter auf dieser Erde meine Aufwartung machen. Meine Mutter hatte runden Geburtstag und so sangen wir vier Geschwister, ich über Skype, meiner Mutter ein Ständchen. Wieder Tränen, klar!
am Mittwoch bin ich dann endlich wieder kulturell unterwegs gewesen. Erst war ich in El Escorial einem der zahreichen Königsschlösser um Madrid herum. Mehr lässt sich über das Königshaus auch nicht bereichten. Hat mich einfach nicht überzeugt.
Danach ging es aber los. Nur ein Bus fährt pro Tag um 15 Uhr 15 ins Valle de los caidos (das Tal der Gefallenen)und einer um 17 30 zurück. Ja Basti, ich war endlich da. Man muss dazu für die anderen sagen, dass der Basti letztes Semster ein Referat über das Tal gehalten halt. Man fährt in ein stark bewaldetes Tal und plötzlich blitzt durch die Baumkronen ein Riesenkreuz auf einem Felshaufen auf. Ihr könnt unten einige meiner ersten Eindrücke von unten und dann von oben nachvollziehen. Mit einer kleinen Bahn konnte man zum Kreuz hochfahren, wo es zur Verstärkung dieser Monumentalbaute auch noch windet wie Sau. Unter dem Kreuz ist ein Riesenhalle mit Hilfe von Zwangsarbeitern in den Fels gehauen mit Kirche und indirekter Beleuchtung. In den Boden sind dann in der nähe des Kreuzes zwei Steingräber eingelassen. Da liegen sie dann die zwei Diktatoren Spaniens, Francisco Franco und Juan Antonio Primo de Riveira. Alles auch sehr unheimlich. In dieser Baute liegen auch noch weitere Opfer des spanischen Bürkerkriegs zwischen 1936 und 39 begraben. Wie gesagt, ein sehr beeindruckendes aber auch erschreckendes, Sakrileg lässt grüssen Gebäude. Unheimlich. Außer den 10 Touristen gab es dann ca. 20 Aufpasser, die sich mehr ihrem Sodoku widmeten als dem Aufpassen.
Dann ging es auch schon wieder zurück. Das Valle war wirklich ne Reise wert. Auch wenn die Öffentlichkeit in Spanien immer noch darüber streitet, was damit passieren soll. Ist halt wirklich ein sehr politsches und auch polarisierendes Bauwerk. Am Abend dann mal wieder zu meinen Padrinos zum Essen. Paella, hmmmh!
Am Donnerstag im Cine-Kurs mal wieder einen spanisches Film gesehen. "Angustia". Ich sags euch gleich bevor ihr sofort zum DVD ausleihen. Beim spanischen Film muss man auf alles vorbereitet sein. Der Spanier kann nämlich wirklich gute Filme machen. Schafft es aber fast nie nicht irgendwann komplett abzudrehen und vieles von dem gut gemachten wieder in den Schatten zu stellen.
Am Freitag dann endlich wieder Negrita und Fiesta. Mein Kommilitone Thorben, Spitzname Turbo hatte zu sich geladen und die Rum-Cola lies sich wirklich gut an. Ich war dann auch bis 5 Uhr unterwegs. Nur nachdem wir so um ca. 24 Uhr seine Wohnung verlassen hatten, verbrachten wir von den 5 ca. 4 1/2 in der Straße auf der Suche nach der richtigen Bar. Auf Grund von unterschiedlichen Vorstellungen und der minimalen Schnittmenge hatten dann dementsprechend die Chinos in der Straße einen überverhältnismässigen Umsatz bezüglich ihres Getränkesortiments.
Am Samstag dann frisch und zeitig um 13 Uhr aufgestanden und mein Rollos hochgezogen. Was war das? Strahlender Sonnenschein 18 Grad, der Sommer war zurück. Leider erst nachmittags rausgekommen und sofort an Biergarten gedacht. Meine bayrsiche Konditionierung scheint zu funktionieren.
Den Rest des Wochendendes habe ich dann mit Fußgängen durch die Stadt mit zwischenzeitlichen Kaffeestopps mit Tortilla (meine tägliche Mensa-Kombination) zugebracht.
So auch heute, Sonntag. An nichts Böses denkend betrete ich La Casa del Abuelo (Opas Haus) und bestelle meine Kombi, als plötzlich der Kellner unfreundlich (nix neues) an mir vorbeigehd "Heil Hitler" nuschelt. Der Schock saß tief. Wir haben ihn dann darauf angeprochen und ermeinte er hätte es nicht zu uns gesaht. Blabla und er würde Hitler und somit alle Deutschen halt hassen. Ich wusste garnicht was ich sagen sollte. Man denkt immer so was passiert einem vielleicht in einem Land wo die Nazis gewütet oder Leid angerichtet haben. Aber in Spanien. Die ja selbst Hitler mit der Division Azul die Deutschen im Russlandfeldzug unterstütz haben. Wie arm! Trotzdem ist es wirklich eigenartig, weil man das Gefühl überhaupt nicht nachvollziehen kann, wenn man nicht selber in dieser Sitution war.
Übrigens kam mein Mitbewohner diese Nacht nicht nach Hause. Erst heute früh um 11. War in der U-Bahn eingeschalfen. Dann haben sie im die Hosentasche aufgeschlitzt und die Brieftadche mit allem geklaut. Echt krass. Also nicht vergessen. Keine Brieftasche nach Madrid mitnehmen!!!!
Hier noch ein paar Youtubelinks für die Musikinteressierten unter euch:
http://de.youtube.com/watch?v=Bi7xa7scr9I
http://de.youtube.com/watch?v=u80ocuvZxmY
http://de.youtube.com/watch?v=8CLrjl92GLU
http://de.youtube.com/watch?v=0EnwsvSQ_SQ
http://de.youtube.com/watch?v=9x_FZ08tKBI
Sonntag, 20. Januar 2008
Sonntag, 13. Januar 2008
Exkurs: Kulinarisches und Politisches

Als erstes eine Ermahnung der Regierung nicht bei den schwarzen Straßenverkäufern zu kaufen. Zu sehen ist eine "Manta" (eine Decke), diese ist mit zwei sich in der Mitte überkreuzenden Schnüren verbunden, um bei auftauchen der Polizei schnell die Decke zusammenziehen und verduften zu können.
Als zweites ein Plakat das zu einer linken Demo aufruft. Anlaß war die ermordung eines jungen Mannes durch einen Rechtsradikalen, übrigens einem spanischen Soldaten. Ich war bei der Demo. War aber mehr eine lustlose Zusammenrottung linker, vermumter Deppen, so dass ich schnell wieder verschwand.
Die nächsten zwei Fotos behandeln ein ähnliches Thema. Das Gedenken an den Gründer der rechten Partei Falange und ersten Diktator Spaniens im 20Jhdt. Jose Antonio Primo de Riveira. Das zweite Foto zeigt eine entsprechende Gedenktafel an einer Kirche. Es ist einfach offensichtlich, dass trotz der mühsamen Aufarbeitung der Franco-Zeit der extrem rechte Rand immernoch sehr evident vorhanden ist.
Dann noch ein anderes schönes Thema: das spanische Essen. Ich habe beide Seiten kennengelernt. Am Anfang wusste ich weder was ich frühstücken soll, weil Semmeln und Brot gibt es hier nicht, noch was man so zwischendurch sich kaufen, noch was als spansiches Essen wikrlich zu empfehelen ist. Gott sei dank gab es ja meine Padrinos bei denen ich regelmäßig den Genüssen fröhnen durfte und auch diese köstliches Paella serviert wurde. Das andere sollte man einfach nicht eines Kommentares würdigen. Einfach nur "ekelhaft" und dann auch nicht billig. Der Spanier ist aber halt sehr stolz auf seine Küche und wenn man bodenständige, kräftige Gerichte mag, in denen auch mal Ohren, Pfoten oder Mägen rumschwirren, dann ist man in der spanischen Küche genau richtig. Trotzdem habe ich jetzt ein spansichen Kochbuch und werde die besten Sachen schon noch finden. Guten Appetit!
Freitag, 11. Januar 2008
Endspurt und Endzeitstimmung
Seit 2ten Januar bin ich schon wieder in Madrid, komme erst jetzt wieder dazu, mich an die Allgemeinheit zu wenden. Entschuldigt also die Verspätung. In meinem letzten Artikel hatte ich ja schon vorhergesehen, dass er der Letzte des Jahres 2007 sein könnte, dass ich aber nicht einmal die ersten Tage des neuen Jahres nutzen konnte, ist unverzeihlich. Wie auch immer. Ich hatte eine schöne Weihnachtszeit mit leckerem Essen, süffigem Trinken und ausgelassenen Feiern. Gans, Stollen und Helles gaben mir die Lebensgeister zurück, um die letzten Tage in meiner spanischen Heimat mit Tortilla und Negrita gebührlich zu geniessen.
Ab 2ten hatte ich auch noch bis zum 7ten Besuch von meinem Nachfogler in der Ottschen Dynastie, Bastian Ott, seiner Freundin Mary und meiner bessseren Hälfte. Zu viert schafften wir es sogar einmal in das berühmte Museo Reina Sofia zu gehen und Pablo Picasso, Dali, Miró, etc. unsere Aufwartung zu machen. Kunst ist aber halt so ne Sache. Es gibt halt wirklich interessante Kunst, aber 80 Prozent vor allem von der modernen Kunst hätte unser Hase Schrödi (Gott hab ihn selig!) ähnlich hingekriegt. Auf alle Fälle konnte ich dann wenigstens mal das berühmte Bild "Guernica" von Picasso bestaunen. Es besticht aber vor allem durch seine Größe. Ansonsten waren wir Essen, Shoppen, Besichtigen und erschöpft in der Wohnung Abhängen, in der uns dann prompt meine Vermieterin erwischte und erstmal sich aufgeregt hat, wie ich dazu käme so viele Leute bei mir einzuquartieren. Sie zog dann aber gott sei dank irgendawann ab. Bis jetzt ohne Folgen.
Vorgestern war ich mal wieder bei meinen Padrinos unter anderem um zu Essen aaber auch um Geschenke zu verteilen und einzusacken. Für mich das beste spanische Kochbuch herausgesprungen. Über meine Mitbringsel haben sie sich auch sehr gefreut und denn original Lebkuchen haben wir gleich erstmal zusammen vernichtet.
Nächste Woche steht dann meine erste Prüfung in Spanisch an. Mündlich eine spontane Reizwortgeschichte vortragen. Ihr sehr, kein wirklicher Anspruch. Die Woche drauf habe ich dann noch nen schriftlichen Test, bevor am 5ten Februar nach 10 Fragen Multiple Choice endlich das Dahinvegetieren in der spanischen Uni eine Ende hat. Ich freu mich schon richtig wieder auf ordentliche Vorlesungen in Passau. (Schlimm wenn man sich schon selber bei solchen Aussagen ertappt!!!)
So um den 8ten ist dann mein endgültiger Aufbruch geplant. Ein Fazit wird aber nochmal extra kommen, versprochen!!!
Das Wetter ist übrigens ziemlich scheiße, zwar nicht wirklich kalt, aber grau und nass. Endzeitstimmung halt!
Ach was ich ganz vergessen habe. Für die Spanier ist ja der Tag der drei heiligen Könige mit der wichtigste. Bei uns außer den Circus Krone Aufenthalten doch eher nicht befeiert, gibt es in Spanien wie ihr auch in den zwei Bildern sehen könnt am Vorabend eine große bunte Parade bei der am Ende die drei Könige in die Stadt einziehen. Am nächsten Tag gibt es dann auch erst die Weihnachts geschenke für die Kleinen. Dazu ist man so eine Art "Riesenbagel" mit Sahnefüllung und Gellatine-Süssigkeiten und Zucker dekoriert mit Namen Racon oder Ricon oder so. Der Spanier ist halt einfach loco und a bisserl anders.
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