Mittwoch, 10. Oktober 2007

Er kam, sah und suchte und suchte ......... und er fand


Wir schreiben das Jahr 2007, der Oktober ist gerade 10 Tage alt und die Stunde 15 und die Minute 18 bleiben unvergessen. An diesem Tag, zu dieser Stunde hatte mein Leiden ein Ende. Ich hatte das Ungeheurer, die Bestie der Einsamkeit, der Obdachlosigkeit auf den Knien und rammte ihr mit voller Überzeugung meine verbale Zusage: " Ich nehm die Wohnung" in die Brust. Jahr später werde ich mich noch an diese Suche erinnern. Ich hatte naiv begonnen, hatte gefeiert und getrunken, hab die erste Woche genossen und auf mein Glück vertraut. In der zweiten Woche kam die böse Überraschung und ich musste auf Grund des geldgierigen Vermieters in die Peripherie nach Charmartin fliehen auf das Sofa von Marcial, dem französischen Sankt Martin. In der dritten Woche besuchte mich meine bessere Hälfte, doch auch ihre mutigen Versuche mich aus dem Sumpf zu ziehen, versagten kläglich. Zu diesem Zeitpunkt begann ich zu bezahlen für meinen anfänglichen Übermut. Heimweh, Wut auf diese Stadt und all der Gram liesen mich fast in der Suche erstarren. Doch ich wollte leben, wenn möglich in einer großen internationalen WG im Zentrum mit optimaler Anbindung und mit netten Leuten in meinem Alter den Kulturaustausch vollziehen. Die Hoffnung stirbt zuletzt, doch sie wollte nicht sterben. In letzter Instanz suchte ich Hilfe bei einem Mäzen mit gutem Herzen. Dieser war erst nicht zu stoppen und überschüttete mich mit Hilfsbereitschaft. Das Ende vom Lied war, dass ich drohte sogar den Kontakt zu den anderen Studenten zu verlieren. Heute früh entfloh ich den Mauern des Schlosses und begab mich unter das Volk, in die Jugendherberge. Um 01 30 mittags betrat ich mein zukünftiges lichtdurchflutetes Domizil. Mein Zimmer hat einen Balkon mit Blick auf einen kleinen verspielten Park (Die fette Autobahn dahintern ist hierbei zu vernachlässigen!!)
Mein Mäzen zückte Gold in Wort und Tat, doch die Vermieterin erbat sich Zeit.
Nach einem anschließenden, frustierten Mittagessen grübelten wir über meine Zukunft in Madrid nach, als mein Telfon klingelte. Es war 15 18 Uhr. Der Rest ist Geschichte.

Ich wohne ab morgen mit einem Deutsch-Chilenen und einem Schweden in der Calle Sancho Davila 35. Bei gutem Wind kann ich die Stiere in der nahegelgenen Arena Las Ventas in ihren Ställen scharren hören.

1 Kommentar:

El Basti hat gesagt…

Na dann hoffe ich mal, dass dein halb-chilenischer Mitbewohner dir schön chilenisch beibringt, damit wir uns dann auch in Deutschland verständigen können ;-)

Glückwunsch aber auf jeden Fall zum Ende deiner Odysee!